Ingolstädter Literaturtage 2022: Vier Figurentheater-Abende zu Marieluise Fleißer (26.-29. Juni 2022)

Fleißer-Preisträgerin Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Berlin) im Altstadtheater Ingolstadt

Im Rahmen der Ingolstädter Literaturtage gestalten und präsentieren Studierende der Berliner Hochschule für Schauspielkunst (Studiengang Zeitgenössische Puppenspielkunst) gemeinsam mit der aktuellen Marieluise-Fleißer-Preisträgerin Ines Geipel vier Abende, bei denen Fleißers Leben und Werke im Zentrum stehen. Uns erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit hybriden Spielformen zwischen szenischer Lesungen, Puppenspiel, Erzählung und Schauspiel:

Sonntag, 26. Juni: Warum sollen Sie damit identisch sein?

Montag, 27. Juni: Die Dreizehnjährigen oder unsere Schwester Olga

Dienstag, 28. Juni: Stadt-Land-Fleißer

Mittwoch, 29. Juni: Jetzt legte er die Hand auf ihr Knie hinüber, sie fühlt sich davon beschwert

Genauere Infos auf den Seiten des Altstadttheaters und dem Flyer der Stadt Ingolstadt.

Über den ersten Abend, an dem sich die Studierenden vor allem mit Fleißers Stück Der Tiefseefisch auseinandersetzen, berichtete der Donaukurier.

Von der lernbegierigen zur gelehrten Frau – neue Sonderausstellung im Fleißer-Haus (22. Mai bis 30. Oktober 2022)

Foto: Stadt Ingolstadt/Rössle

Die neue Sonderausstellung im Rahmen des Universitätsjubiläums ist der Bildungsgeschichte der Frau vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert gewidmet. Wie es in den verschiedenen Jahrhunderten um die Bildung bzw. dem Interesse an Bildung von Frauen bestellt war, lässt sich in der Ausstellung am Beispiel von sieben Frauen nachvollziehen, die für Ingolstadt von Bedeutung waren. Von Isabeau de Bavière (1371-1435) und der Stifterin Barbara Sentlinger (gestorben 1444) bis hin zur Jüdin Luise Löwenfels (1915-1942).

Hier genauere Informationen zur Ausstellung sowie ein ausführlicherer Vorbericht des Donaukuriers.

Fleißer in Salzburg, Ingolstadt und im Netz: aktuelle Veranstaltung und Fundstücke

Es tut sich was um Fleißer.

Allem voran sei daran erinnert, dass Fleißer bei den diesjährigen Salzburger Festspielen auf dem Programm steht. Darauf hatten wir hier bereits hingewiesen, der Vorverkauf hat inzwischen begonnen.

Auch das Ingolstädter Altstadttheater hat sich wieder Fleißer gewidmet. Es lädt am 20. März und am 10. April 2022 ein zu einer szenischen Lesung Willys Unternehmung und andere Geschichten von Marieluise Fleißer, einer Eigenproduktion von Falco Blome. Ausführlichere Infos hierzu im Donaukurier.

Auf dem Youtube-Kanal Sommers Weltliteratur to go findet man nun auch Fleißers Pioniere in Ingolstadt. Die Pioniere in 11 Minuten, wie immer bei Sommer, in einer Playmobil-Inszenierung. Darüber hinaus hat sich Michael Sommer im 3. Band seiner Youtube-Talk-Reihe Lessing* zum Welt-Frauen-Tag mit unserem Vorstandsmitglied, der Autorin, Bloggerin und Lehrerin Dr. Katharina Herrmann, über Marieluise Fleißer unterhalten.

Zuletzt noch ein Podcast: In der Reihe Die Überlesenen des rbb erinnerte in der Sendung vom 14. März Manuela Reichart an Marieluise Fleißer.

Fleißer-Collagen von Dagmar Hummel für das Marieluise-Fleißer-Haus

Die Sammlung des Marieluise-Fleißer-Hauses wächst. Angekauft wurden zuletzt Fleißer-Collagen der Ingolstädter Künstlerin Dagmar Hummel. Die Übergabe fand im Stadtmuseum statt.

Dagmar Hummel setzte sich in ihren künstlerischen Arbeiten immer wieder mit Texten von Marieluise Fleißer auseinander, insbesondere mit ihren Erzählungen. Der Donaukurier berichtete bereits am 7. Februar 2022. Ebenso die Neuburger Rundschau. Besonders informativ ist der Beitrag vom Kulturkanal Ingolstadt. Im Gespräch mit Isabella Kreim äußerst sich Dagmar Hummel ausführlicher zu ihren Bildcollagen.

Und hier geht es zur Homepage von Dagmar Hummel.

Die Einzeltitel der Collagen auf Eisenblech lauten: Das Zimmer – Ohne Titel – Der Ignorant – Der Star – Das Vorbild – Die Geliebte – Der Sammler – Das Schwein.

Im Bild (von links): Doris Wittmann (Marieluise-Fleißer-Haus), Gerhard Hummel, Künstlerin Dagmar Hummel und Dr. Beatrix Schönewald (Stadtmuseum)
Foto: Stadt Ingolstadt/Rössle

„Fleißer goes iconic“ – neue Sonderausstellung im Fleißer-Haus (20. Februar- 3. April 2022)

Vom 20. Februar bis zum 3. April 2022 ist eine neue Sonderausstellung im Marieluise-Fleißer-Haus zu sehen. Diese geht aus einer Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen P-Seminar „Fleißer goes iconic“ des Apian-Gymnasiums Ingolstadt während der letzten beiden Schuljahre hervor.

Das Projekt „Fleißer goes iconic“

Ein P-Seminar ist ein Projekt-Seminar der gymnasialen Oberstufe zur Studien- und Berufsorientierung. Das Projekt des Seminars „Fleißer goes iconic“ bestand darin, literarisch-künstlerische Postkarten für Ingolstadt zu gestalten. Aus gutem Grund ließen die Schüler:innen sich dabei motivisch-thematisch von Marieluise Fleißer und ihren Werken inspirieren, denn Marieluise Fleißer ist geradezu prädestiniert zum Markenzeichen, zum Symbol – eben zur Ikone der Stadt Ingolstadt.  Zum einen ist sie wohl die international berühmteste Ingolstädter Persönlichkeit. Zum anderen hat allein schon Fleißers Erscheinungsbild „ikonisches“ Potential. Wer einmal Porträtfotos von ihr gesehen hat, wird sie immer wiedererkennen, in jungen wie in älteren Jahren.

Linoldrucke, Blackout-Poetry, Digitale Kunst – vielfältige Exponate

Nach einem schulinternen Pilotprojekt, der Gestaltung einer Weihnachtskarte, inspiriert von Fleißers autobiographischer Erzählung Als wir noch auf das Christkind warteten (1930), entstanden schwerpunktmäßig Postkarten-Entwürfe für den Museums-Shop des wiedereröffneten Fleißer-Hauses. Nachdem sich schließlich die Möglichkeit zu einer eigenen Ausstellung bot, ergaben sich weitere Werke, nun auch Größerformatiges oder ein Mobile. Zum Einsatz kamen unterschiedlichste Materialien und Techniken. Die Ausstellung zeigt Linoldrucke, Collagen, Digitale Kunst sowie Acrylmalerei, Blackout-Poetry und auch Arbeiten mit Prägefolien aus Metall.

Vorab präsentierten die Schüler:innen ihre Werke bereits im Rahmen einer Vorstandssitzung der Fleißer-Gesellschaft. Der Kulturkanal Ingolstadt war live dabei. Hier geht es zum Podcast.

Erste Einblicke in die Ausstellung hatte auch schon tv.ingolstadt. Hier auch der Link zum offiziellen Eröffnungsvideo der Stadt Ingolstadt.

2. Februar 1974: Todestag Marieluise Fleißer

Heute vor 48 Jahren verstarb Marieluise Fleißer.

Zur Lektüre in memoriam sei Benjamin Henrichs damaliger Nachruf „Kein Seil am Mond“ in Die Zeit empfohlen. Der Artikel ist nach Registrierung kostenlos zugänglich.

Besonders (wieder)hörenswert ist sicherlich der Podcast vom Kulturkanal Ingolstadt, der 2014 anlässlich des 40. Todestags von Marieluise Fleißer entstand. Darin erzählt der Neffe und Nachlassverwalter von Marieluise Fleißer, Klaus Gültig, unter anderem vom Tod der Schriftstellerin.

Besuch einiger Mitglieder des Vorstands der Fleißer-Gesellschaft am Grab der Autorin