Ausstellung des Kunstvereins: „Ein Pfund Orangen“

Bis zum 1. August 2019 kann man in der Galerie im Ingolstädter Stadttheater die Ausstellung „Ein Pfund Orangen“ besuchen. 
Die Sammelausstellung des Kunstvereins, kuratiert von Philipp Reitsam, präsentiert Arbeiten von überwiegend jungen zeitgenössischen KünstlerInnen, die sich mit der gleichnamigen Erzählung von Marieluise Fleißer unmittelbar auseinandersetzen oder – im Rahmen der Ausstellung – dazu in Beziehung gesetzt werden. 
Einen ausführlicheren Bericht und erhellende Hintergrundinformationen bietet die entsprechende Sendung des Kulturkanals Ingolstadt vom 21. Juli 2019.

Marieluise-Fleißer-Gesellschaft erwirbt Originalbrief

Angekauft wurde ein Brief von Marieluise Fleißer aus dem Jahr 1946. Er wird fortan dem Fleißer-Archiv als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Offiziell überreicht wurde das Schriftstück am 25. Juni 2019 im Rathaus Ingolstadt. Hierzu auch ein Bericht im Donau-Kurier.

„Es ist mir immer lieb, wenn jemand ungeschminkt sagt, was nach seinem Empfinden mit einer Arbeit los ist.“

Es handelt sich konkret um den vierten Brief aus Fleißers Korrespondenz mit Hans Eberhard Friedrich, dem damaligen Herausgeber der neu gegründeten Kulturzeitschrift „Prisma“, die im Kurt-Desch [sic!]-Verlag erscheinen sollte. Friedrich bittet sie um Mitarbeit und die Zusendung möglicher Texte für einen Abdruck. Fleißer bietet ihm daraufhin drei aufeinander folgende Szenen aus der Tragödie „Karl Stuart“ und die Novelle „Die Versuchung des Neptun“ an. Friedrich wählt die zweite und die vierte Szene (wohl aus dem 1. Akt) aus, die Novelle lehnt er, mit ausführlicher Begründung, jedoch ab. Auf diesen Brief vom 17. Juli 1946 antwortet der neu angekaufte Brief ohne Datumsangabe. Er lässt sich aber, nach Recherchen im Fleißer-Archiv, eindeutig auf den 23. Juli 1946 datieren.

Fleißers Situation nach dem 2. Weltkrieg

Der Brief führt, im Kontext der Korrespondenz, deutlich Marieluise Fleißers Situation nach dem 2. Weltkrieg vor Augen. Noch immer leidet sie unter den Belastungen in der Ehe mit Haindl und den Pflichten im Haushalt. Sie glaubt aber nach wie vor an ihre schriftstellerische Begabung, sucht Anschluss an die literarische Welt und möchte durch das Schreiben auch Geld verdienen, um finanziell unabhängiger zu werden.

Rätselhafte Kurzschrift-Notiz

Ein Rätsel gilt es am Rande aber noch zu lösen: Oben auf dem Brief befindet sich ein Bleistift-Vermerk, wohl in einer spezielleren Kurzschrift-Variante, den bislang noch niemand entziffern konnte.

1929 – Skandal um Marieluise!

Musikalische Lesung in der Stadtbücherei Ingolstadt am 24. März 2019

Vor 90 Jahren erhitze Brechts Berliner Inszenierung der „Pioniere in Ingolstadt“ die Gemüter, allem voran hier in Ingolstadt. Die Autorin, Marieluise Fleißer, wurde in der Heimat zur persona non grata …

Mehr dazu kann man am Sonntag, den 24. März 2019, in der Stadtbücherei Ingolstadt (Hallstr. 2-4) erfahren, hören, erleben. Ab 11.00 Uhr findet dort die musikalische Lesung „1929 … was für ein Jahr! Skandal, Skandal um Marieluise Fleißer, die Dramatikerin“ mit den Schauspielern Ingrid Cannonier und Sascha Römisch sowie Brigitte Pinggéra (Klavier) statt. Der Eintritt ist frei.