Der Oktober ist … Fleißer!

Eröffnung des neuen Fleißer-Hauses und Filmpremiere „Über die Deutsche Frau“ am 4. Oktober 2020

Endlich ist es soweit: Am 4. Oktober stehen zwei wichtige Fleißer-Termine an.
Nachmittags, um 15.00 Uhr, wird das renovierte und neu konzipiere Marieluise-Fleißer-Haus wiedereröffnet.
Abends, um 19.00 Uhr, steht im Cinestar-Kino die Premiere des Fleißer-Films „Über die Deutsche Frau“ von Toby und Kevin Schmutzler an. Einen Trailer gibt es schon vorab auf den Seiten der FilmCrew.
Einlass ab 18.00 Uhr.

Wichtig: Sollten sich coronabedingt kurzfristige Änderungen ergeben, informieren wir Sie hier!

Fleißer international: Ausblicke nach Dänemark, Italien und New York

Dass „Fegefeuer in Ingolstadt“ in diesem Jahr am Maryland College New York inszeniert wurde, davon wurde an dieser Stelle schon berichtet. International hat sich zuletzt aber noch mehr getan. Selma Rosenfeldt-Olsen hat „Eine Zierde für den Verein“ erstmals ins Dänische übertragen. Die Übersetzung ist bei Harpyie unter dem Titel „En fryd for foreningen“ erschienen. Die Heimatbühnen des Südtiroler Unterlandes zeigten „Der starke Stamm“ in Südtiroler Mundart. Die Premiere (Regie: Roland Selva) war bereits am 14.11.2019. Hier kann man reinschauen und vor allem reinhören.

„Purgatory in Ingolstadt“ – „Fegefeuer in Ingolstadt“ am Maryland College in New York

Während hierzulande Anfang dieses Jahres das Münchener Residenztheater mit seiner Inszenierung von Fleißers „Der starke Stamm“ auf sich aufmerksam machte, brachte die us-amerikanische Regisseurin Ashley Tata am Maryland College New York „Fegefeuer in Ingolstadt“ auf die Bühne. 
Die Handlung des Stücks wurde in eine us-amerikanische Vorstadt der späten 1990er Jahre verlegt. Dort entfacht sich die Energie frustrierter und angsterfüllter, tyrannisierender wie tyrannisierter Jugendlicher, wie dies im Stück aus dem Jahre 1924 angelegt ist.

Einen kleinen Einblick in die – etwa im Vergleich zur erwähnten Münchener Aufführung – vergleichsweise bildgewaltige Inszenierung gewähren die Fotos auf der Homepage der Regisseurin.

Aktueller Lesetipp: Katharina Herrmann über Marieluise Fleißers ungeahnten Sprengstoff und andere „Frauen, die trotzdem geschrieben haben“

Wer sich prägnant, aktuell und aufschlussreich über Marieluise Fleißer informieren möchte, dem sei Katharina Hermanns kürzlich erschienener Band „Dichterinnen & Denkerinnen“ (Reclam) empfohlen.
Katharina Hermann porträtiert dort neben Marieluise Fleißer zahlreiche weitere deutschsprachige Autorinnen, unter anderem Luise Gottsched, Sophie von La Roche, Karoline von Günderrode, Lou Andreas-Salomé, Else Lasker-Schüler, Vicki Baum, Nelly Sachs, Anna Seghers. Die Autorinnen kommen mit Texten und Briefen auch selbst zu Wort. Alles in allem ein Gang durch die andere deutsche Literaturgeschichte.

Die Autorin, Mitglied der Fleißer-Gesellschaft Ingolstadt, ist als Gymnasiallehrerin und Literaturbloggerin tätig, zuletzt war sie u.a. Jurymitglied des Preises der Leipziger Buchmesse.

Katharina Hermann: Dichterinnen & Denkerinnen. Frauen, die trotzdem geschrieben haben. Mit Illustrationen von Tanja Kischel. Stuttgart: Reclam 2020. 237 S.

Die Fleißerpreisträgerin Iris Wolf kuratiert die Ingolstädter Literaturtage 2020

Vom 30. April bis zum 11. Mai 2020 finden die 27. Ingolstädter Literaturtage statt. Neu ist, dass das Festival dieses Jahr (und auch zukünftig) jeweils von der bzw. dem aktuellen FleißerpreisträgerIn mitgestaltet wird.

Iris Wolff, der im vergangenen Jahr der Fleißerpreis zugesprochen wurde, hat vier AutorInnen ausgewählt und eingeladen, deren Themen und Bücher ihr besonders am Herzen liegen: Mehrdad Zaeri, Marina Bodrožić  , Zsuzsa Bánk und Kai Weyand. Die entsprechenden Veranstaltungen finden am 1., 5., 6. und 10. Mai statt. Zwei davon wird Iris Wolff auch selbst moderieren.

Hier finden Sie das komplette Programm der 27. Literaturtage sowie weitere Informationen des Donaukuriers.

„Der starke Stamm“ am Residenztheater München – Stimmen zur Premiere am 23. Januar 2020

Wer kann, ergreife die Gelegenheit! Nicht allzu oft wurde und wird Fleißers Stück „Der starke Stamm“ (1944/45 bzw. 1950) auf die Bühne gebracht. Das Residenztheater München tut es in dieser Spielzeit, und das ist gut so. Julia Hölschers klare Inszenierung zeigt, dass dieser Text auf die Bühne gehört. Ihre reduzierte, für manchen vielleicht etwas zu schlichte Inszenierung stellt Fleißers ganz besondere Sprachkunst in den Vordergrund.

Hier finden Sie die nächsten Aufführungstermine und können Karten vorbestellen.

Zur Vor- oder Nachbereitung: Das überwiegend positive, teils sogar begeisterte Presseecho im Donaukurier, in der Abendzeitung, im BR, in der SZ sowie ausführlicher, samt einem erhellenden Interview mit der Regisseurin, der Podcast vom Kulturkanal Ingolstadt.
Auch interessant: Eine Doppelkritik In der FAZ zu Fleißers „Starken Stamm“ und Brechts „Im Dickicht der Städte“, das derzeit in den Kammerspielen München zu sehen ist.

Für den Terminkalender: Fleißer-Veranstaltungen 2020 in Ingolstadt

2. Februar 2020, 11.00 Uhr im Stadtmuseum (Barocksaal)

Literarische Tierwelten der Moderne … und mittendrin Marieluise Fleißers „erschriebene“ Tiere

Dr. Manfred Schuhmann, Carola Schlagbauer (Akkordeon), Werner Breuer (Tuba)

22. März 2020, 11.00 Uhr im Stadtmuseum (Barocksaal)

Leicht haben sie es nicht miteinander: Vaterstädte und Musenkinder … nicht nur Lübeck mit Thomas Mann und Ingolstadt mit Marieluise Fleißer

Mira Fajfer, Sascha Römisch und Gabi Klaschka-Mamikonian (Piano) in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei

5. September 2020, 19.00-24.00 Uhr im Fleißerhaus

Erste Nacht der Museen

Lesungen mit Musik und Bild und vieles mehr mit Martin Valdeig und Brigitte Pinggéra

Schenkung an die „Studiensammlung Marieluise Fleißer Haus“

Noch im Jahr 2019 konnte die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft (MFG) eine wertvolle Schenkung an die „Studiensammlung Marieluise Fleißer Haus“ im Stadtarchiv Ingolstadt übergeben


Bildübergabe im Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt. Von links: Dr. Beatrix Schönewald (Leiterin des Stadtmuseums), Doris Wittmann (Leiterin des Fleißerarchivs), Gabriel Engert (Kulturreferent der Stadt Ingolstadt), Elisabeth Witzel-Ganz (Vorstandschaft MFG), Andreas Betz (1. Vorsitzender der MFG), Dr. Isabella Kreim (Vorstandschaft MFG). Foto: Ulrich Rössle


Die Künstlerin Helga Wilmsen (Frieda Martha), die mit ihrem Mann im Raum Bodensee auch eine Galerie unterhält, hat ihre Auseinandersetzung mit dem Werk von Marieluise Fleißer in Gestalt des Gemäldes „Meine Inspiration“ – Marieluise Fleißer (2002) als Schenkung der MFG übertragen. Da sie nicht, wie ursprünglich geplant, selber nach Ingolstadt reisen konnte, wurde das Bild in ihrer Abwesenheit übergeben (siehe Foto). Die MFG stellt das sehr interessant gestaltete Gemälde als Dauerleihgabe dem Stadtarchiv der Stadt Ingolstadt für die „Studiensammlung Marieluise Fleißer Haus“ zur Verfügung. In einer Sonderausstellung im neuen Fleißerhaus kann es dann später mit anderen Beispielen gezeigt werden, in denen sichtbar wird, wie KünstlerInnen sich vom Werk der Fleißer herausfordern lassen.

Mehr über die Galeristin Helga Wilmsen bzw. Künstlerin Frieda Martha, das Gemälde selbst und auch zur Schenkung kann man in einem Podcast des Kulturkanals Ingolstadt vom 19. März 2020 erfahren. Hier auch der Link zu ihrer Homepage.