Marieluise Fleißer in hundert Sekunden – Fleißer-Podcast des Stadtmuseums Ingolstadt

Leider, leider ist aufgrund der aktuellen Corona-Situation das neu eröffnete Fleißer-Haus in der Kupferstraße nach wie vor geschlossen. Wer dennoch in diesen Tagen zumindest virtuell die Begegnung mit Marieluise Fleißer sucht, kann auf den Seiten des Stadtmuseums fündig werden: Seit dem 19. April 2021 wird dort, nicht zuletzt anlässlich des Fleißer-Jubiläumsjahrs, sukzessive das Online-Hörprojekt „Fleißer in hundert Sekunden“ veröffentlicht. Marieluise Fleißer wäre dieses Jahr 120 Jahre alt geworden.

Konzipiert, zusammengestellt und erdacht wurden die einzelnen Fleißer-„Szenarien“ von der Fleißer-Expertin Dr. Martina Neumeyer. Gelesen und vorgetragen werden die Infotexte und Fleißer-Quellen von Sascha Römisch und Ingrid Cannonier (Stadttheater Ingolstadt).

Die ersten Folgen erscheinen täglich bis zum 24. April, dann eine am 1. Mai und weitere im Verlauf des Jahres an anderen wichtigen Fleißer-Tagen. Etwas ausführlicher informiert der Donaukurier.

Neues Heft 13 – neues Layout!

Nicht nur das Fleißer-Haus hat einen frischen Anstrich bekommen. Zum Jahresende 2020 ist das neue Heft 13 der Schriftenreihe der Fleißer-Gesellschaft erschienen, im erneuerten Layout von Sigrid Lorenz. Die Mitglieder der Fleißer-Gesellschaft haben es bereits auf dem Postweg erhalten.

Zum Inhalt: Die Dankrede „Fluchtwege im Kopf“ der Fleißer-Preisträgerin von 2019, Iris Wolff, und die entsprechende Laudatio von Dr. Klaus Hübner eröffnen das Heft. Schwerpunktmäßig dokumentiert es dann den Weg zur Neueröffnung des Fleißer-Hauses, mit Beiträgen zur Geschichte des Hauses sowie zum neuen Museumskonzept von Sylvia R. Weber. Der Drehbuchautor Michael Croce schreibt zur Entstehung des Fleißer-Films „Über die Deutsche Frau“, außerdem finden sich Beiträge zur diesjährigen Inszenierung von „Der starke Stamm“ am Münchener Residenztheater und zu Marieluise Fleißers Verhältnis zu ihrer Schwester Henriette.

Hier geht es zum genaueren Inhaltsverzeichnis (bitte nach unten scrollen!). Auch der Donaukurier informiert über das neue Heft.

Das Heft ist erhältlich an der Museumskasse in der Kupferstraße, im Buchhandel und bei der Marieluise-Fleißer-Gesellschaft (10,00 €).

Es fleißerte nicht nur in der Kupferstraße

Kleiner Pressespiegel zu den Fleißer-Events am 4. Oktober 2020

„Es fleißert in der Kupferstraße“ titelte unlängst der Donaukurier im Vorfeld der Neueröffnung des Marieluise-Fleißer-Hauses. Aber nicht nur da! Die Türen des renovierten und von der Germanistin und Journalistin Sylvia R. Weber neu konzipierten Museums öffneten sich vergangen Samstag mit einem Festakt im Spiegelsaal des Kolpinghauses, abends fand dann „draußen“ im Westpark die Premiere des Fleißer-Films „Über die Deutsche Frau“ der Brüder Tobi und Kevin Schmutzler statt. Über beide Veranstaltungen (Festakt und Film) berichtete bereits der Donaukurier. Und beide Veranstaltungen zeigten eindrucksvoll, dass Marieluise Fleißer gerade auch die jüngere Generation bewegt und inspiriert.

So hielt im Rahmen des Festakts die junge Schweizer Literaturwissenschaftlerin Sabine Barben (Bern) einen äußerst erhellenden und erfrischenden Vortrag zu Fleißers Roman „Mehlreisende Frieda Geier“ (1931), speziell zu dessen Umgestaltung und Überarbeitung hin zur Zweitfassung „Eine Zierde für den Verein“ (1972). Der filmisch einfallsreiche Kurzfilm des jungen Regisseuren-Duos – die Romanfigur Frieda Geier stattet ihrer Autorin einen Besuch ab – richtet sich gerade auch an ein jüngeres Publikum. Mit Charme und Esprit, aber sehr wohl auch mit Blick für die Abgründe macht er neugierig auf Fleißer, schafft emotionale Zugänge zur ihrem Werk und Leben. Mehr dazu in einem Podast des Kulturkanals Ingolstadt.

Die Berichterstattung zum neugestalteten Museum findet sich auf unserer Seite zum Fleißerhaus.

Festvortrag von Sabine Barben (Bern) Foto: Stadt Ingolstadt, Rössle

Fleißer-Film „Über die Deutsche Frau“

Aktuelle Regeln für die Filmpremiere am 4.10.2020, 19 Uhr im CineStar Ingolstadt, am Westpark

  • Einlass nur für geladene und angemeldete Gäste ab 18.00 Uhr
  • Beide angemieteten Kinosäle sind voll belegt: Die Veranstaltung ist „ausverkauft“
  • Nur die markierten Sitzreihen und Plätze sind verfügbar, entsprechend dem Hygienekonzept von CineStar
  • Hilfen durch das Einlassteam der MFG: Identifizierung anhand der Gästeliste, Ausgabe der Platzkarte für Kinosaal  4 oder 6, Beratung und Begleitung
  • Ende der Veranstaltung ca. 20.00 Uhr: Bitte zunächst am Platz bleiben, Verlassen des Saales nach Sitzreihen, beginnend von vorne
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Der Oktober ist … Fleißer!

Eröffnung des neuen Fleißer-Hauses und Filmpremiere „Über die Deutsche Frau“ am 4. Oktober 2020

Endlich ist es soweit: Am 4. Oktober stehen zwei wichtige Fleißer-Termine an.
Nachmittags, um 15.00 Uhr, wird das renovierte und neu konzipiere Marieluise-Fleißer-Haus wiedereröffnet.
Abends, um 19.00 Uhr, findet im Cinestar-Kino die Premiere des Fleißer-Films „Über die Deutsche Frau“ von Toby und Kevin Schmutzler statt. Den Trailer gibt es schon vorab auf den Seiten der FilmCrew.
Einlass ab 18.00 Uhr.

Wichtig: An beiden Veranstaltungen können nur geladene Gäste teilnehmen. Vor Ort gelten die üblichen coronabedingten Abstands- und Hygienevorschriften. Sollten sich noch kurzfristige Änderungen ergeben, informieren wir Sie hier!

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Fleißer international: Ausblicke nach Dänemark, Italien und New York

Dass „Fegefeuer in Ingolstadt“ in diesem Jahr am Maryland College New York inszeniert wurde, davon wurde an dieser Stelle schon berichtet. International hat sich zuletzt aber noch mehr getan. Selma Rosenfeldt-Olsen hat „Eine Zierde für den Verein“ erstmals ins Dänische übertragen. Die Übersetzung ist bei Harpyie unter dem Titel „En fryd for foreningen“ erschienen. Die Heimatbühnen des Südtiroler Unterlandes zeigten „Der starke Stamm“ in Südtiroler Mundart. Die Premiere (Regie: Roland Selva) war bereits am 14.11.2019. Hier kann man reinschauen und vor allem reinhören.

„Purgatory in Ingolstadt“ – „Fegefeuer in Ingolstadt“ am Maryland College in New York

Während hierzulande Anfang dieses Jahres das Münchener Residenztheater mit seiner Inszenierung von Fleißers „Der starke Stamm“ auf sich aufmerksam machte, brachte die us-amerikanische Regisseurin Ashley Tata am Maryland College New York „Fegefeuer in Ingolstadt“ auf die Bühne. 
Die Handlung des Stücks wurde in eine us-amerikanische Vorstadt der späten 1990er Jahre verlegt. Dort entfacht sich die Energie frustrierter und angsterfüllter, tyrannisierender wie tyrannisierter Jugendlicher, wie dies im Stück aus dem Jahre 1924 angelegt ist.

Einen kleinen Einblick in die – etwa im Vergleich zur erwähnten Münchener Aufführung – vergleichsweise bildgewaltige Inszenierung gewähren die Fotos auf der Homepage der Regisseurin.

Aktueller Lesetipp: Katharina Herrmann über Marieluise Fleißers ungeahnten Sprengstoff und andere „Frauen, die trotzdem geschrieben haben“

Wer sich prägnant, aktuell und aufschlussreich über Marieluise Fleißer informieren möchte, dem sei Katharina Hermanns kürzlich erschienener Band „Dichterinnen & Denkerinnen“ (Reclam) empfohlen.
Katharina Hermann porträtiert dort neben Marieluise Fleißer zahlreiche weitere deutschsprachige Autorinnen, unter anderem Luise Gottsched, Sophie von La Roche, Karoline von Günderrode, Lou Andreas-Salomé, Else Lasker-Schüler, Vicki Baum, Nelly Sachs, Anna Seghers. Die Autorinnen kommen mit Texten und Briefen auch selbst zu Wort. Alles in allem ein Gang durch die andere deutsche Literaturgeschichte.

Die Autorin, Mitglied der Fleißer-Gesellschaft Ingolstadt, ist als Gymnasiallehrerin und Literaturbloggerin tätig, zuletzt war sie u.a. Jurymitglied des Preises der Leipziger Buchmesse.

Katharina Hermann: Dichterinnen & Denkerinnen. Frauen, die trotzdem geschrieben haben. Mit Illustrationen von Tanja Kischel. Stuttgart: Reclam 2020. 237 S.

Die Fleißerpreisträgerin Iris Wolff kuratiert die Ingolstädter Literaturtage 2020

Vom 30. April bis zum 11. Mai 2020 finden die 27. Ingolstädter Literaturtage statt. Neu ist, dass das Festival dieses Jahr (und auch zukünftig) jeweils von der bzw. dem aktuellen FleißerpreisträgerIn mitgestaltet wird.

Iris Wolff, der im vergangenen Jahr der Fleißerpreis zugesprochen wurde, hat vier AutorInnen ausgewählt und eingeladen, deren Themen und Bücher ihr besonders am Herzen liegen: Mehrdad Zaeri, Marina Bodrožić  , Zsuzsa Bánk und Kai Weyand. Die entsprechenden Veranstaltungen finden am 1., 5., 6. und 10. Mai statt. Zwei davon wird Iris Wolff auch selbst moderieren.

Hier finden Sie das komplette Programm der 27. Literaturtage sowie weitere Informationen des Donaukuriers.

„Der starke Stamm“ am Residenztheater München – Stimmen zur Premiere am 23. Januar 2020

Wer kann, ergreife die Gelegenheit! Nicht allzu oft wurde und wird Fleißers Stück „Der starke Stamm“ (1944/45 bzw. 1950) auf die Bühne gebracht. Das Residenztheater München tut es in dieser Spielzeit, und das ist gut so. Julia Hölschers klare Inszenierung zeigt, dass dieser Text auf die Bühne gehört. Ihre reduzierte, für manchen vielleicht etwas zu schlichte Inszenierung stellt Fleißers ganz besondere Sprachkunst in den Vordergrund.

Hier finden Sie die nächsten Aufführungstermine und können Karten vorbestellen.

Zur Vor- oder Nachbereitung: Das überwiegend positive, teils sogar begeisterte Presseecho im Donaukurier, in der Abendzeitung, im BR, in der SZ sowie ausführlicher, samt einem erhellenden Interview mit der Regisseurin, der Podcast vom Kulturkanal Ingolstadt.
Auch interessant: Eine Doppelkritik In der FAZ zu Fleißers „Starken Stamm“ und Brechts „Im Dickicht der Städte“, das derzeit in den Kammerspielen München zu sehen ist.